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Die Sprache der vormaligen US-Kolonialherren ist nach wie vor Unterrichtssprache in allen weiterführenden Schulen - ist die Sprache des Rechtssystems und der Verwaltung; selbst das Regierungssystem ist eine fast getreue Replik desjenigen der USA. Weit mehr als die Hälfte aller in den Philippinen ausgebildeten Ärzte und Krankenschwestern kehrt ihrem Land den Rücken, um in den USA zu arbeiten. Dorthin sind bereits mehr als 1.5 Millionen Filipinos/as emigriert. Als Reaktion auf solche Verhältnisse begann 1969 ein Guerillakampf mit dem Ziel einer nationalen demokratischen Revolution. Die Antwort der damaligen Marcos-Diktatur war die Ausrufung des Kriegsrechtes im Jahr 1972.
Von 1992 bis 1998 war Fidel Ramos Präsident der Philippinen. Als Absolvent von US-Militär-Akademien hatte er bereits unter seinen Vorgängern wichtige militärische Ämter inne.Nach außen hin scheint Präsident Ramos eine Befriedungspolitik zu betreiben, nach innen allerdings wird der Krieg gegen die Guerilla unvermindert fortgesetzt. Diese Bürgerkriegsauseinandersetzungen, die aus der Sicht der Guerilla zu einer Veränderung der herrschenden gesellschaftlichen Strukturen führen sollen, finden in fast allen Teilen des Landes statt. In diesem Krieg werden, wie namhafte internationale Organisationen wiederholt festgestellt haben, die Menschenrechte vielfach missachtet (vgl. amnesty international, Bericht "Philippines: The killing goes on", London Februar 1992). Oft sind es Einheiten des Militärs und der Nationalpolizei, die im Verein mit paramilitärischen Verbänden und der regionalen Elite für Vergewaltigung, Verstümmelung, Mord, Folter und Liquidierung verantwortlich sind. Da auch die Judikative von Militär und Eliten beherrscht wird, bleibt die Mehrzahl dieser Menschenrechtsverletzungen unaufgeklärt und ungesühnt.
Im Januar 2001 ist Estrada aufgrund einer friedlichen Revolution der Bevölkerung - der zweiten nach der berühmten EDSA-Revolution vom Februar 1986, die seinerzeit zum Sturze des Diktators Marcos geführt hatte - zurückgetreten. Korruption, Machtmißbrauch und Günstlingswirtschaft werden ihm vorgeworfen. Im April 2001 wurde er verhaftet. Letztlich stürzte Estrada wegen des von ihm im Süden des Landes angezettelten Bürgerkrieges, der zu viel Leid über die Bevölkerung gebracht hat, so daß die allgemeine Stimmung gegen ihn umgeschlagen ist. Demgegegenüber wird Estrada immer noch von Teilen der ärmeren Bevölkerung in den Großstädten und auf dem Land unterstützt, da diese nach wie vor an seine Honorigkeit glauben - eine der zahlreichen philippinischen Widersprüchlichkeiten. Vizepräsidentin Gloria Macapagal-Arroyo wurde im Januar 2001 als
neue Präsidentin der Philippinen vereidigt. Sie trägt einen
großen Namen, da schon ihr Vater Diosdada Macapagal von 1961
bis 1965 als fünfter Präsident der Republik in die Geschichte
der Philippinen eingegangen ist. |
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Als Folge der Terroranschläge auf das World Trade Zentrum in New York am 11. September 2001 verschlechterte sich die Sicherheitslage auf der Insel Jolo wie überhaupt in ganz Südmindanao dramatisch: Osama bin Laden rekrutierte laut deutscher Radiomeldungen zumindest seit 1995 ehemalige Piloten in den Philippinen und unterstützte möglicherweise die radikale Abu Sayyaf Gruppe, die für die oben erwähnte Geiselnahme im Jahr 2000 verantwortlich war, wie auch die gesamte islamische Revolutionsbewegung in den Südphilippinen. Faktum ist, daß im Zuge von neu ausgebrochenen Kämpfen zwischen der MNLF unter ihrem Führer Nur Misuari und der philippinischen Armee gegen Ende des Jahres 2001 Generale benachbarter südostasiatischer Staaten in Jolo eintrafen, um Spezialeinheiten im Antiguerillakampf auszubilden und eigene Erfahrungen umzusetzen. Man rechnet hier allgemein mit einer Ausweitung der Guerillabekämpfung im Jahr 2002. Der erwartungsgemäß enge Schulterschluß der Arroyo-Regierung mit der amerikanischen Regierung im Gefolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 und die damit einhergehende massive amerikanische Militärhilfe zeitigen erste Auswirkungen: Ab Februar 2002 stationierten die USA bis auf weiteres mehr als 1500 Soldaten (offizielle Sprachregelung: Militärische Berater, die wegen eines Verbotes in der philippinischen Verfassung nicht aktiv in Kämpfe eingreifen dürfen) in der Region, speziell in Basilan, einer Nachbarinsel von Jolo und Hochburg der Abu Sayyaf. Die Sulu See wird zum ständigen Kriegsschauplatz, wobei 80 % der Bevölkerung mit der Stationierung amerikanischer Soldaten einverstanden sind. Nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen musste inzwischen das Projekt in Jolo City beendet werden. Auch aus der Provinz Maguindanao / Mindanao mit Pandan, einem weiteren Projektort der Stiftung, wird eine verschärfte Sicherheitslage berichtet. Für weitere Informationen aus Mindanao siehe Zeitungsberichte.
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Diese Inschrift ziert den Sockel des Denkmals
der Gabriela Silang in Manila |
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Letzte Änderung: 03.11.2006