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Philippinen
Abiturarbeit von Nora Thule |
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Die Philippinen - kurzer Überblick über
Naturraum, Geschichte, Politik und Wirtschaft Die Religionen Die Kultur Die Rolle der Frauen
Der Altersaufbau der Bevölkerung Altersstruktur der Philippinen:
Das Bildungs- und Schulwesen "Wegen der Altersstruktur (2 von 3 Filipinos sind 25 Jahre und jünger) steht das allgemein bildende und berufsbildende Schulsystem im Mittelpunkt der Regierungspolitik. So hat Frau Macapagal Arroyo (Anm.: Die derzeitige Präsidentin) in letzter Zeit mehrfach versprochen, in den nächsten Jahren 450 neue Grundschulen errichten zu wollen." (vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/...) Das nach amerikanischem Vorbild eingeführte Schulwesen besteht aus überwiegend staatlichen Grundschulen und privaten Colleges. Auf den Philippinen gibt es ca. 40 Universitäten. Die Ausbildung der philippinischen Kinder ist vergleichsweise gut. Ungefähr 80% besuchen ein College oder eine weiterführende Schule. Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 95,9%, wobei kein bedeutender Unterschied zwischen Männern und Frauen auffällt (Männer: 96%, Frauen: 95,8%). Eine kürzlich herausgegebene Ul'JESCO- Studie hat sogar ergeben, dass auf 100 Jungen, die eine höhere Schule besuchen, 110 Mädchen kommen (vgl. http://www.aegis.com/news/... November 6, 2003) Das ist sicher positiv zu bewerten. Denn Mädchen, die eine Schulausbildung erhalten und denen ein qualifizierter Beruf in Aussicht steht, bekommen im Allgemeinen auch später ihr erstes Kind und insgesamt weniger Kinder. Will man die demographische Situation eines Landes beeinflussen, ist es wichtig den Mädchen Zugang zu Bildung zu verschaffen.
Kriminalität und Krankheiten "Es wird im ganzen Land von der Benutzung öffentlicher Transportmittel
abgeraten. Große Menschenansammlungen sollten gemieden werden. Die
allgemeine Kriminalitätsrate einschließlich schwerer Gewaltverbrechen
ist hoch. Vermeiden Sie nach Möglichkeit, die Aufmerksamkeit durch
öffentlich sichtbar getragene Wertgegenstände auf sich zu lenken.
Führen Sie keine größeren Bargeldbeträge bei sich.
Nutzen Sie Ihre Kreditkarte nur in renommierten Geschäften und Hotels
und beobachten Sie den Abrechungsvorgang persönlich. Verriegeln Sie
bei Fahrten mit Privat-Pkw oder Taxi in der Stadt die Türen und schließen
Sie die Fenster. Nehmen Sie keine Nahrung von Fremden an (Gefahr von K.O.-Tropfen).
Lehnen Sie Angebote von Fremden zu Touristenführungen in der Nacht
wie auch die Mitnahme von Gepäckstücken (insbesondere für
Flug nach Deutschland) ab. Beherzigen Sie die eindringlichen Warnungen
der Behörden vor illegalem Drogenbesitz, der in den Philippinen mit
harten Gefängnisstrafen bis hin zur Todesstrafe geahndet wird."
(vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/...)
Die Kinder auf den Philippinen Straßenkinder und Kinderprostitution
Quelle: Today's Metro Manila Street Children, E. Lamberte "Straßenverkauf" heißt, dass die Kinder den ganzen Tag an einer stark befahrenen Straße stehen, um Waren wie Zeitungen, Blumen, Zigaretten oder Süßigkeiten zu verkaufen. Meist huschen sie zwischen den Autos hindurch wenn diese an der Ampel warten und riskieren dabei ihr Leben. Am Tag verdient ein Kind, dass im Straßenverkauf tätig ist, umgerechnet einen Euro. Oft geht ein Straßenkind auch mehreren Tätigkeiten nach, z.B. verkauft es morgens Zeitungen, mittags putzt es Schuhe und abends bettelt es. Es gibt auch ganze Familien, die in und vom Mün leben. Die hygienischen Bedingungen auf den Müllhalden sind katastrophal. In der Hauptstadt Manila gibt es ca. 60.000 Kinder auf der Straße, sie sind zwischen fünf und 18 Jahren alt. Wie kommt so etwas zustande? Ein Grund ist sicherlich die weltweite Urbanisierung, d.h. Menschen wandern vom Land in die Stadt, weil sie sich dort bessere Lebensumstände erhoffen. In der Stadt angekommen, landen sie jedoch meist erst mal in den Rand- und Slumgebieten, weil sie keine Arbeit haben. Schnell steigt die Schuldenbelastung und auch der psychische Druck, was die Familien auseinandertreibt. Oft müssen Kinder arbeiten um der Familie wenigstens ein kleines Einkommen zu bescheren. Nicht selten treibt Gewalt in der Familie die Kinder dazu, auf die Straße zu flüchten. Mancher Jugendliche sehnt sich auch nach individueller Freiheit und möchte sein Leben selbst gestalten, statt den Eltern zu gehorchen oder in die Schule zu gehen. Als Beispiel mag der Junge Richard aus Manila dienen: Richard ist 13 Jahre alt und lebt in Manila. Seine unfreiwillige Karriere als Straßenkind begann, als sein Pflegevater krank und arbeitslos wurde. Die Stimmung zu Hause wurde dadurch unerträglich. Unter dem Einfluss von "Freunden" begann Richard die Schule zu schwänzen und sich in der Stadt herumzutreiben. Um ihn von der Straße fern zu halten wurde er zu seiner leiblichen Mutter zurückgeschickt. Doch bei ihr war er dem Zorn und den Schlägen durch den Freund der Mutter ausgesetzt. Also wurde er wieder zu seiner Pflegefamilie zurückgebracht. Diese wurde mit Richard nicht mehr fertig und schickte ihn immer wieder zu seiner Mutter. Irgendwann bei dem Hin und Her riss Richard aus. Er lebt davon, auf den Straßen Manilas Plastiktassen zu sammeln und zu verkaufen. (erzählt nach: "Richards Traum von einem Zuhause" in: Kinder der WeltEndstation Straße. UNICEF/94) Straßenkinder in Manila - Länge des Aufenthaltes auf der Straße:
Eine große Anzahl (40%) der Straßenkinder lebt also länger
als zwei Jahre auf der Straße und in Armut. Oft wird auch die nächste
Generation auf der Straße geboren und die ganze Familie lebt ohne
ein festes Zuhause. Im allgemeinen ist die soziale Mobilität von
Kindern auf der Straße sehr gering. Da die Kinder zum Unterhalt
der Familie beitragen müssen, ist auch die fehlende Schulbildung
ein großes Problem. Joel (7) und Diana (9) haben das gleiche Schicksal: Sie wurden mit einer
sogenannten Hasenscharte geboren und sind daher seit ihrer Geburt entstellt.
Sie können nicht richtig essen. Sie leben in einem Dorf in der Provinz
Maguindanao. Sie müssten operiert werden, doch daflir fehlt das Geld;
außerdem gibt es in dem Dorf keinen Arzt, der das machen könnte.
Die nächste Krankenstation ist 23 Kilometer entfernt und nur auf
einem ehemaligen Holzabfuhrweg zu erreichen, der bei Regen unpassierbar
ist und ansonsten nur mit besonders ausgerüsteten geländegängigen
Motorrädern bewältigt werden kann. Zu diesem Zweck wickeln die
Motorradfahrer Fahrradketten um das Hinterrad, damit dieses besser im
Matsch greifen kann. Wir würden schlicht Schneeketten sagen. Wird
jemand ernstlich krank, so dass er nicht mehr auf dem Motorrad sitzen
kann, sondern liegen muss, muss er diese Strecke getragen werden. Aber
auch in dieser Krankenstation kann eine solche Kieferoperation nicht durchgeführt
werden. Sie dient nur für Entbindungen. Es gibt dort nur einen Arzt,
der auch nur gelegentlich da ist. Die nächste größere
Krankenstation befindet sich weitere 25 bzw. 40 Kilometer entfernt. Wie
können Joel und Diana dorthin kommen? Die Stiftung Für Kinder
versucht gerade, diese Frage zu beantworten und Mittel und Wege für
eine Operation herauszufinden.... Wie man sich die Situation der philippinischen Kinder genau vorstellen muss, veranschaulicht das folgende Interview mit Herrn E. Arnsperger von der STIFTUNG FÜR KINDER. Die Fragen sollen weitere Auskünfte zu den Themen Rolle von Mann und Frau in der Gesellschaft, Bildungs- und Schulsystem sowie Probleme der Kinder geben. (Die Themen aus dem Interview sind in der FAQ Seite1 berücksichtigt. Anmerkung der Redaktion Stiftung für Kinder). Kinderprostitution auf den Philippinen ist ein ernstzunehmendes Problem. Tabelle: Minderjährige Prostituierte in ausgewählten Ländern
Durch die Armut der Bevölkerung begrüßen es hochverschuldete Eltern manchmal sogar, wenn die Kinder "etwas dazuverdienen", Kinder, die von zu Hause abhauen, geraten oft in die Hände sogenannter "Schlepper", die sie mit allerhand Versprechen in Bars und Bordelle locken. Die Täter kommen meist unbehelligt davon, denn die Polizisten sind meist unterbezahlt, und wollen sich nicht um die Probleme der Kinder kümmern.
Kinderhilfsprojekte Die Hauptziele der Gegner der Kinderprostitution sind
Die Organisation ECPA T hat einen Verhaltenskodex ausgearbeitet, bei
dem sich deutsche Reisebüros verpflichten, den Sextourismus nicht
zu unterstützen und auch philippinische Partner auf das Problem hinzuweisen.
Durch Informationsmaterial sollen Kunden, Reiseveranstalter und Hotelbesitzer
sensibilisiert werden.
Schluss Ich habe besonders die Probleme hervorgehoben, die für ein Land spezifisch sind. Das soll nicht heißen, dass es nicht auch in Liberia minderjährige Prostitüierte gibt oder auf den Philippinen keine zwangsrekrutierten Kinder. Ich habe einige Hilfsorganisationen vorgestellt. Ihnen ist sehr viel zu verdanken, denn sie leisten große humanitäre Hilfe. Dennoch muss auch in der Gesellschaft ein Umdenken stattfinden, um beispielsweise die Kinderarbeit zu boykottieren. Es reicht nicht, dass man einmal im Jahr spendet. Man sollte bewusster einkaufen, um so z.B. Fair- Trade- Organisationen zu unterstützen. Durch Massenproduktion der Güter, die wir kaufen, weil sie besonders billig sind, kommt es schließlich zur Kinderarbeit, denn für solchen Lohn lässt sich kaum ein Erwachsener finden. Wenn die Kinder arbeiten, fehlt ihnen jedoch die Schulbildung, die sie so dringend bräuchten. So ist es ein ewiger Teufelskreis. Es gibt so viele Organisationen, die den Kindern helfen und die man unterstützen kann, und ich finde, man sollte es auch tun. Denn schließlich sind es die Kinder, die die Hoffnung und die Zukunft symbolisieren. Was wird aus den Kindersoldaten, Straßenkindern und Kinderprostituierten von heute? Vielleicht sind sie morgen die Regierenden ihrer Länder. Doch ich frage mich, wie die Zukunft dieser Länder gestaltet wird. Vielleicht wird es von Menschen regiert, denen in ihrer Kindheit unbeschreibliche Dinge widerfahren sind; von Menschen, die nie etwas anderes erfahren haben als den "Ausnahmezustand", der in ihren Augen "normal" ist. Vielleicht sind es aber auch gerade die Kinder von heute, die dann den Kindern von morgen helfen, um zu verhindern, dass ihnen das gleiche passiert. |
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Letzte Änderung: 09.08.2004